Bild der Festung Rocca in Riva del Garda

In den Bergen sind die Menschen aufgrund des zumindest früher harten Lebens und der gewaltigen Natur immer schon ein wenig religiöser gewesen als anderswo. Das gilt für die Völker im Himalaya ebenso wie für die Menschen in den Anden in Südamerika und natürlich auch für die Alpenbevölkerung in Europa.

Weil die Region rund um den nördlichen Gardasee schon früh strategisch wichtig war, hier trafen Handelswege aus Nord, Ost, Süd und West zusammen, kamen Städte wie Riva del Garda spätestens im frühen Mittelalter auch zu einem gewissen Reichtum. Und von diesem Geld hat die Kirche um die erste Jahrtausendwende herum begonnen, religiöse Bauwerke zu errichten. In Riva kann man bei einem Rundgang durch die Altstadt noch einige von ihnen besichtigen.

Das älteste von ihnen ist die Pfarrkirche Santa Maria Assunta, die sich direkt im Zentrum an der Piazza Cavour befindet. Sie wurde im Jahr 1106 schriftlich erwähnt, möglich ist aber, dass sie schon einige Jahrzehnte früher erbaut worden ist. 1728 schließlich wurde sie von Grund auf restauriert und modernisiert, und heute zeigt sie sich in diesem knapp 300 Jahre alten, aber bestens erhaltenen Zustand. Die vielen barocken Altäre, von Stuck und Ornamenten überzogen, zeugen von dem Reichtum, der auch im 18. Jahrhundert in Riva Bestand gehabt haben muss. Viele Bilder des bedeutenden Kunstmalers Craffonara (1790 bis 1837) zieren das Innere des Gotteshauses. Dessen Meisterstück, die „Schmerzensmutter“, befindet sich ebenfalls in der Kirche, und zwar auf der linken Seite des Kirchenschiffs am vierten Altar.

Ebenfalls bereits im 12. Jahrhundert errichtet, wurde die Festung am Seeufer (Rocca) erst im 16. Jahrhundert im religiösen Sinne genutzt, allerdings nicht als Andachtsort. Die Fürstbischöfe der Region bestimmten die Bastion zu ihrer Residenz, weil es sich dort gut leben ließ. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie wieder zu einer Festung umfunktioniert, als Teile des Heers von Österreich-Ungarn hier einquartiert wurden. Dadurch wurde der Anlage leider viel von ihrem ursprünglichen Charakter genommen. Vom Turm aus hat man heute ein tolles Seepanorama, ein Besuch des Burgmuseums ist auch sehr interessant.

Auch aus dem 12. Jahrhundert stammte ursprünglich das Kloster des Heiligen Franziskus, hier lebten einige Jünger des berühmten Heiligen aus der Stadt Assisi (bei Perugia gelegen); heute kann man hier noch den Glockenturm und den Kreuzgang besichtigen. Spannende Zeugnisse aus einer Zeit, bevor dieses Kloster – wie auch die Festung – im 19. Jahrhundert zu einer Unterkunft für Soldaten geworden ist.

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